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Vinzenz Gruppe

Medizin mit Seele Blog

Ein Spital lebt vom Miteinander, gelebt von Menschen, die täglich für andere da sind. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - egal in welchem Dienst, ob Medizin, Pflege oder Verwaltung - erleben dabei ständig Neues und machen unterschiedlichste Erfahrungen. Einen Teil dieser Geschichten und Erlebnisse wollen wir auf diesem Wege mit Ihnen teilen; geschrieben von denjenigen, die sie erleben.

Singen bis der Arzt kommt

Auf unserer Station gehört es schon seit langem zum „ guten Ton“, dass mit den Patienten gescherzt und auch gesungen wird. Gerade unsere älteren Patienten sind stets begeistert oder berührt, vor allem, wenn es sich um alte Volkslieder handelt, die sie dann oft noch Wort für Wort mitsingen können. Ab und zu holt unsere Stationskoordinatorin auch ihr Akkordeon heraus, es werden Liedhefte verteilt und schon trällern Pflegepersonal und Patienten im Chor.
Als wir wieder einmal mit dieser Absicht in ein Patientenzimmer eintraten, hatte es da gerade geläutet und eine Dame wollte zum WC geführt werden. Nun sah sie aber unseren Aufzug mit Akkordeon und Liederheften, dass sie zu mir meinte: „Oh nein, das darf i jetzt aber ned verpassen. Ich halts noch a bissi aus, Schwester.“ Sprachs und schon gings los.
Als dann zum Walzer aufgespielt wurde, forderte ich die Patientin zum Tanzen auf. Sie nahm das Angebot überrascht, aber begeistert an und wir schunkelten ein bisschen hin und her. Es machte ihr sichtlich Freude. Auch die anderen Patientinnen wirkten freudig und gelöst.
Irgendwann hatte unser kleines Konzert dann doch ein Ende und die Patientin sank, etwas außer Atem, auf ihr Bett zurück. Ich fragte sie, ob es ihr gut gehe und sie nickte eifrig. Dann fragte ich, ob ich sie nun zum WC begleiten solle. „Ach herrje, Schwester, das hab ich ja ganz vergessen!“
Später am Abend berichtete sie mir, dass sie ihren Angehörigen von unserem Tanz erzählt hatte und diese sie fast für verrückt erklären wollten. Aber die Dame litt definitiv nicht an Demenz sondern einfach nur an Lebensfreude.

DGKS Fanny Becker
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien

Geburtstag im Krankenhaus

Vor kurzem hatte eine Patientin Geburtstag. Es ist bei uns üblich, den Patienten mit einem Billet zu gratulieren. In diesem Fall war es jedoch das 80. Wiegenfest.
Bei der Morgenbesprechung kamen wir ins Gespräch, was Geburtstag für uns bedeutet. Wir sprachen von den Feiern unserer Ehrentage und im speziellen der Runden. Dabei ging es um den 20., den 30., den 40. und 50.
Dies waren spezielle Tage, die keiner missen mochte. Obwohl diese Jahreszahlen weit unter der unserer Patientin lagen. Nachdem sie uns schon am Vortag aufgeregt von dem Besuch erzählte, den sie erwartete, wussten wir, dass die Dame ihren Ehrentag sehr ernst nahm. Deshalb beschlossen wir etwas Besonderes für sie zu machen. Unsere Stationsschwester organisierte aus der Küche eine kleine Torte, die der Koch extra gebacken hat. Das ganze interdisziplinäre Team ging so zu der Patientin und gratulierte ihr. Gerührt nahm sie die Glückwünsche entgegen.
Auch wenn die Feier zuhause doch um einiges schöner gewesen wäre, wurde so aus diesem Spitalstag doch noch ein besonderes Ereignis für uns alle.

Sandra Lederer, Herz-Jesu Krankenhaus

Intensiv und mit Herz

Oft sind es hektische, immer aber intensive Momente auf der Intensivstation. Ausnahmesituationen sind bei uns keine Ausnahme, sondern eher „normal“. Trotz der notwendigen Betriebsamkeit nehmen wir uns sehr viel Ziel für die Patienten und für die Angehörigen. Wir besprechen alle Möglichkeiten und Maßnahmen, die wir ergreifen müssen. Vor allem die Angehörigen sind ja meist mit Angst und Unsicherheit erfüllt.

Eine alte Frau aus Sri Lanka war bei uns recht lange bei uns. Sie hat sehr gekämpft, sie wollte nicht gehen. Zu ihrer Tochter verband sie ein inniges Verhältnis, sie haben sich sehr geliebt. Um der Mutter den Abschied zu erleichtern, bat uns die Tochter, buddhistische Zeremonien durchführen zu dürfen. Wir sehen die starke spirituelle Wirkung geistlicher Begegnungen: der Herzschlag beruhigt sich, der Patient entspannt sich.

So war ein buddhistischer Mönch dann öfters bei uns. Wir feierten gemeinsam mit den Angehörigen, reichten uns um ihr Bett die Hände, das ganze Team der Station war involviert. Schließlich konnte sie in ihrem Glauben und in Ruhe schließlich gehen. Heute noch haben wir Verbindung zu den Verwandten und waren auch bei dem Begräbnis dabei.

Die beste medizinisch Versorgung und die beste technische Ausstattung sind die wesentliche Grundlage für eine hochwertige Behandlung. Doch im Glauben liegt die eigentliche Kraft, er gibt den Menschen Ruhe und Stärke.

Das Team der Intensivstation,
Krankenhaus Göttlicher Heiland

Was ist eigentlich "Medizin mit Seele?"

Was ist eigentlich „Medizin mit Seele“? Naja, so ungefähr kann man sich’s vorstellen. Aber was ist konkret damit gemeint? Ich habe an einem Freitagvormittag einige Patienten im Orthopädischen Spital Speising, das zur Vinzenz Gruppe gehört, gefragt, was sie denn unter „Medizin mit Seele“ verstehen, und ob sie dies bei uns auch so verspürt haben. Hier einige der Antworten:

„Mit Herzen für die Menschen da zu sein“, meine etwa ein älterer Herr.

„Vertrauen zum Arzt haben und Geborgenheit spüren!“, sagte eine Dame mit Krücken, die auf ihren Ambulanzaufruf wartete.

„Das Personal ist freundlich und zuvorkommend!“, lobte eine ältere Dame die Kommunikation in unserer Klinik.

Und ein Herr hob auch das nun modernere Umfeld des Spitals hervor, da auch dieses auf die allgemeine Atmosphäre einwirke:
„Es ist alles wärmer hier. Vor ein paar Jahren hat’s anders ausg’schaut. Ein riesiger Unterschied“.

Alle Patienten sagten, dass sie diese „Seele“, von der die Rede ist, hier im Spital auch spüren.


Pierre Saffarnia, Orthopädisches Spital Speising

Verbundenheit

Von einem Geschwisterpaar erhielt unsere Abteilung für Innere Medizin folgendes Schreiben:

Zwischenzeitlicher Dank und Anerkennung
Seit vielen Jahren nehmen wir die Dienste dieses Krankenhauses in Anspruch. Mit großer Bewunderung und tiefer Dankbarkeit vertrauen wir dem Ärzteteam und den Schwestern und Pflegern der Internen Station unsere Mutter an. Wir staunen immer wieder und sind zutiefst berührt von dem hier herrschenden Klima großer Einfühlsamkeit, Freundlichkeit, Herzlichkeit und fachlicher Kompetenz!!! Von ganzem Herzen Danke für Ihr Bemühen!
Katharina Hilburger und Geschwister


Welche anderen Berufe können so positive Emotionen hervorrufen? Ich bin davon überzeugt, dass die unmittelbare Rückmeldung von zufriedenen Menschen eine Quelle von Kraft ist, die man in schwierigen Situationen braucht.

Mag. Ulrike Tschernuth
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
KH Barmherzige Schwestern Ried