Inhalt

zur Navigation

Zuwendung braucht Zeit.

Sylvia Wörgetter hat vor einigen Tagen in den Salzburger Nachrichten aus einer Studie zitiert, nach der sich Menschen im Krankheitsfall vor allem nach zweierlei sehnen: von der Krankheit geheilt zu werden und nach liebevoller Zuwendung. Ich möchte Ihnen von Diskussionen berichten, welche ich insbesondere in der letzten Zeit häufig mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ärzteschaft und der Pflege führe. Im Kern drehen wir uns immer wieder um die Frage, wie man liebevolle Zuwendung einerseits geben soll, wo doch andererseits die Zeit, die man im Krankenhausalltag für den Patienten hat, immer weniger wird. Der medizinische Fortschritt macht es möglich, die steigenden Patientenzahlen machen es nötig. Zweifelsohne braucht Zuwendung Zeit. Aber haben wir die zur Verfügung stehende Zeit bereits vollständig für Zuwendung ausgeschöpft? Sind wir wirklich beim Patienten, wenn wir beim Patienten sind? Vieles was unsere Patienten als Zuwendung wahrnehmen benötigt nicht viel Zeit, benötigt aber viel Aufmerksamkeit und Respekt vor der Würde und dem einmaligen Schicksal des Menschen.
31. Mai, 11:23
Helfen mit Herz..

Wenn Fragen des Gesundheitswesens in den Raum gestellt werden, sollte es nicht zu aller erst um die Frage gesunder Beziehungen zwischen Menschen, um heilende Beziehungen in unserer Zeit gehen?
In all den Debatten um eine zeitgemrechte Gesundheitsreform geht es doch immer wieder nur um Kostenfaktor,Einsparungsmaßnahmen, Bettenzahlen, Personalschlüssel und steigende Unfinanzierbarkeit des Gesundheitssektors.

Muss nicht endlich wieder der höchste Wert, ein lebenswertes Dasein, die Erhaltung alles Lebens überhaupt und der uns anvertraute Mensch in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt werden?
Zuwendung und Hilfe, Pflege und Versorgung geht doch auch in großen Institutionen immer vom einzelnen Menschen vor Ort aus, ob von einem verständnisvollen Arzt oder einer freundlichen Schwester am Krankenbett oder im Hintergrund oft von offenherzigen Führungskräften und den zahllosen Helfern und Mitarbeitern.

Heute sind mehr denn je verantwortungsvolle Politiker, weit blickende Manager und Führungskräfte, aber auch geduldige Ärzte und Pflegekräfte , Menschen mit Herz und Seele gefragt.

Ich unterstütze diese Initiative, weil ich überzeugt bin, dass wieder Herz und Seele und helfende Hände spürbar werden müssen,
damit Patienten, aber auch das Personal im Gesundheitswesen selber, wieder ganzheitlich gesund werden können.

Als Sozialarbeiter und auch als Betriebsrat in einem Krankenhaus erlebe ich täglich neu, wie Menschen aufleben, wenn sich jemand wirklich Zeit nimmt für ihre Anliegen und Sorgen, wenn jemand zuhören kann oder in die Hände zu nehmen, Trost spenden vermag.

Es braucht in unserer Zeit zweifellos eine echte Gesundheitsreform, sicher auch Geld-Mittel, hoch komplizierte Geräte und Apparaturen, spezialisiertes Wissen und Können, vor allem aber, dass wieder
der Mensch in den Blickpunkt kommt.
Es müssen Ideen und Konzepte entwickelt werden, dass endlich mehr Zeit, wohl auch mehr Personal und eine menschlichere Atmosphäre in die Krankenhäuser kommt
Dazu braucht es Förderung und Anerkennung für die Helfer und in Weiterführung eine echt persönliche und heilende Beziehung
zu den kranken Menschen, eben eine ganzheitliche
Medizin mit Herz und Seele!