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Nur nicht bei den Werten sparen – ein Spital braucht Seele

In der jüngsten Ausgabe des deutschen Krankenhausmagazins "Führen & Wirtschaften im Krankenhaus" habe ich einen interessanten Artikel über ein Projekt des bekannten Beratungsunternehmens McKinsey&Company gefunden.

An der Universitätsklinik Freiburg hat McKinsey Erkenntnisse aus Produktivitätsprogrammen der Automobilindustrie auf das Krankenhaus umgelegt. Es wurden die Parallelen beschrieben: Just-in-Time Produktion von Autos einerseits – Verkürzung von Behandlungsprozessen auf das medizinisch unbedingt notwendige Maß anderseits. Keine unnötigen Wege am Produktionsband einerseits – keine Doppeluntersuchungen andererseits. Optimierte Bestandshaltung der Autos einerseits – optimierte Bettenauslastung andererseits.

Können wir Krankenhäuser wirklich wie Industriebetriebe führen? Natürlich können wir viel von anderen Branchen lernen, insbesondere was Prozess – Know-how und Managementstandards anbelangt. Aber wenn es in unseren Gesundheitseinrichtungen bei der Professionalität alleine endet, degradieren wir zu Krankenhausfabriken. Krankenhäuser produzieren mehr als Dienstleistungen – sie arbeiten am Leben. Wir haben viel mehr als Kunden – in unsere Spitäler kommen nämlich Patienten, mir Ihren Ängsten und Hoffnungen. Den Unterschied machen die Werte. So wird aus einem Krankenhaus-Business ein Spital mit Seele.