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Private vs. öffentliche Krankenhaus-Betreiber

In den letzten Wochen wurde in Österreich viel über die Bedeutung privater Betreiber von Krankenhäusern gesprochen. So recherchierte IHS die Situation privater Krankenhausketten und kam zur Erkenntnis, dass in Europa die Staaten ihre Aufgaben sichtlich neu definieren und die stationäre Versorgung zunehmend in private Hände legen.

Natürlich hören wir oft, dass die privaten-gemeinnützigen Krankenhäuser (Ordensspitäler) lediglich Rosinenpickerei betreiben – d.h. mutmaßlich vom Gewinn gesteuert sind und nur jene Medizin machen, die sich lohnt. Aber warum sollten wir das tun? Als gemeinnützige Krankenhausträger ist es den Ordensspitälern nämlich unter keinen Umständen möglich, Geld mit dem Gesundheitswesen zu verdienen. Jeder Euro und jeder Cent, der durch wirtschaftliches Verhalten eingespart oder erwirtschaftet wird, muss (!) Kraft Gesetztes in unseren Krankenhäusern verbleiben und wird für die Behandlung der Patienten investiert. Die Ordensspitäler unterliegen ebenso wie alle anderen öffentlichen Spitäler der öffentlichen Gesundheitsplanung und müssen die allgemeinen Qualitätskriterien einhalten. Wir können uns nicht aussuchen, welche Leistungen wir für die Bevölkerung erbringen. Dass es uns nicht um das Geldverdienen geht, beweist auch die Anzahl an Betten in Bereichen, die landläufig nicht zu den am besten finanzierten zählen – denken Sie an die Palliativmedizin, d.h. an die Betreuung unheilbar kranker Menschen.

Ordensspitäler benötigen jedoch – so wie alle anderen an der öffentlichen Versorgung teilnehmenden Krankenhäuser – eine volle Abdeckung ihrer Kosten. Private Zuzahlungen der Orden dafür, dass man öffentliche Versorgung erbringen darf (die ansonsten die Länder selbst zu erbringen hätten), sollten bald der Vergangenheit angehören.
19. Jul, 10:31
Interessanter Artikel, da mir bisher der Zusammenhang zwischen Gewinnmöglichkeit und Gesetz so nicht transparent gewesen ist.

MfG
Markus Raidl