10. Juni
Singen bis der Arzt kommt
Auf unserer Station gehört es schon seit langem zum „ guten Ton“, dass mit den Patienten gescherzt und auch gesungen wird. Gerade unsere älteren Patienten sind stets begeistert oder berührt, vor allem, wenn es sich um alte Volkslieder handelt, die sie dann oft noch Wort für Wort mitsingen können. Ab und zu holt unsere Stationskoordinatorin auch ihr Akkordeon heraus, es werden Liedhefte verteilt und schon trällern Pflegepersonal und Patienten im Chor.
Als wir wieder einmal mit dieser Absicht in ein Patientenzimmer eintraten, hatte es da gerade geläutet und eine Dame wollte zum WC geführt werden. Nun sah sie aber unseren Aufzug mit Akkordeon und Liederheften, dass sie zu mir meinte: „Oh nein, das darf i jetzt aber ned verpassen. Ich halts noch a bissi aus, Schwester.“ Sprachs und schon gings los.
Als dann zum Walzer aufgespielt wurde, forderte ich die Patientin zum Tanzen auf. Sie nahm das Angebot überrascht, aber begeistert an und wir schunkelten ein bisschen hin und her. Es machte ihr sichtlich Freude. Auch die anderen Patientinnen wirkten freudig und gelöst.
Irgendwann hatte unser kleines Konzert dann doch ein Ende und die Patientin sank, etwas außer Atem, auf ihr Bett zurück. Ich fragte sie, ob es ihr gut gehe und sie nickte eifrig. Dann fragte ich, ob ich sie nun zum WC begleiten solle. „Ach herrje, Schwester, das hab ich ja ganz vergessen!“
Später am Abend berichtete sie mir, dass sie ihren Angehörigen von unserem Tanz erzählt hatte und diese sie fast für verrückt erklären wollten. Aber die Dame litt definitiv nicht an Demenz sondern einfach nur an Lebensfreude.
DGKS Fanny Becker
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien
Als wir wieder einmal mit dieser Absicht in ein Patientenzimmer eintraten, hatte es da gerade geläutet und eine Dame wollte zum WC geführt werden. Nun sah sie aber unseren Aufzug mit Akkordeon und Liederheften, dass sie zu mir meinte: „Oh nein, das darf i jetzt aber ned verpassen. Ich halts noch a bissi aus, Schwester.“ Sprachs und schon gings los.
Als dann zum Walzer aufgespielt wurde, forderte ich die Patientin zum Tanzen auf. Sie nahm das Angebot überrascht, aber begeistert an und wir schunkelten ein bisschen hin und her. Es machte ihr sichtlich Freude. Auch die anderen Patientinnen wirkten freudig und gelöst.
Irgendwann hatte unser kleines Konzert dann doch ein Ende und die Patientin sank, etwas außer Atem, auf ihr Bett zurück. Ich fragte sie, ob es ihr gut gehe und sie nickte eifrig. Dann fragte ich, ob ich sie nun zum WC begleiten solle. „Ach herrje, Schwester, das hab ich ja ganz vergessen!“
Später am Abend berichtete sie mir, dass sie ihren Angehörigen von unserem Tanz erzählt hatte und diese sie fast für verrückt erklären wollten. Aber die Dame litt definitiv nicht an Demenz sondern einfach nur an Lebensfreude.
DGKS Fanny Becker
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien

